Tipps und Kniffe von Cosafahrern für Cosafahrer

Verglichen mit älteren Vespabaureihen wie der PX scheint die Cosa eine sehr aufwändige Technik zu haben. Dieser Schein trügt, vom EBC abgesehen, jedoch. Die meisten technischen Eigenheiten der Cosa sind auch für relativ ungeübte Schrauber in den Griff zu bekommen.
Viele "Horrorgeschichten" die über die Cosatechnik kursieren sind genau das: Geschichten. Daher sollte sich niemand von verbreiteten Halbwahrheiten kirre machen lassen. Einige der wichtigsten Grundfragen klären hoffentlich die hier veröffentlichten Anleitungen.

Einige der häufigsten Arbeiten sowie gängige Umbauten sind hier erklärt.




Der automatische Choke:

Überprüfung  des automatischen Chokes:
Um die Funktion des automatischen Chokes zu prüfen wird dieser ausgebaut und der Abstand der Chokenadel zum Chokegehäuse nachgemessen. Jetzt wird der Choke an eine Stromquelle (12V Roller- oder Autobatterie oder ein Labornetzteil) angeschlossen. Nach ca. 5 Minuten wird die Abstandsmessung wiederholt. Die Chokenadel muss aus dem Gehäuse ausgefahren sein (ca. 4mm). Passiert dies nicht ist der Choke defekt.

Eine weitere Fehlerquelle (zeigt sich in schlechtem Anspringen) ist eine nicht mehr vollständig in Ruhestellen zurückkehrender Schieber. Der Schieber (das runde Messingteil, die Nadelspitze wird nicht mit gemessen) darf in Ruhestellung nicht weiter als 11mm aus dem Gehäuse hervorstehen.

Austausch des Chokes durch ein Universalersatzteil für Areche bzw. DelOrtovergaser ist möglich, dann muss jedoch der Originalstecker auf den Universalchoke umgebaut werden.

Bild: elektrischer Choke mit Messhinweis in Ruhestellung

Bild: Versuchsaufbau zur Prüfung des elektrischen Chokes

Umbaubeschreibung, Arreche-Universalchoke für Cosavergaser

Wer seine Cosa auf manuellen Choke umbauen möchte, sollte sich auch mal die Umbauanleitung von "Benny Wagner" (GSF-User) ansehen.

Benny Wagner Spezialchoke Bauanleitung

Da immer wieder Fragen zur Wirkungsweise des PX-Choke im Vergleich zum Cosa-Choke auftauchen, hier mal ein Bildbeispiel vom PX-Choke (danke an Fettkimme für das Bildmaterial:

Bild: Wirkungsweise PX-Choke


Der elektrische Benzinhahn:

Zu den bekanntesten Differenzen der Cosa zur PX gehört der elektrisch betätigte Benzinhahn. Dieser besteht aus einem Magnetventil das den Kraftstofffluss frei gibt sobald der Motor läuft.

typische Probleme:
Der Benzinhahn wird mit einer einzelnen Schraube am Vergaser befestigt. Diese Schraube kann sich bisweilen durch Vibrationen losrütteln was dazu führt, das der Kraftstoff unkontrolliert ausläuft, hieraus ergeben sich zwei Probleme:

1.)
Der Vergaser läuft über und der Kraftstoff läuft in die Vergaserwanne. Dies ist (nach abnehmen der Motorhaube) normalerweise daran zu erkennen das von der Vergaserwanne zur Stoßdämpferaufnahme am Motorgehäuse ein ausgewaschener Streifen führt.

2.)
Der Motor zieht durch den entstandenen Spalt Nebenluft und magert ab. Dies macht sich im Fahrbetrieb durch Ruckeln und Leistungsverlust bemerkbar. In diesem Fall ist so schnell wie möglich an zu halten und die Schraube anzuziehen, ansonsten kann es zu einem Motorschaden kommen.

Hinweis zur Montage (was tun wenn das Gewinde defekt ist ?):
Bei der Montage des Hahns ist zu beachten das die Schraube nicht zu fest angezogen wird. Das Gewinde im Vergaser (der aus einem relativ weichen Werkstoff besteht) ist sehr kurz. Sollte doch einmal das Gewinde zerstört werden hat sich in der Praxis bewährt, eine etwa 3mm längere Schraube zu verwenden. Diese schneidet sich dann selbst ein neues Gewinde (das Loch im Vergaser ist Länger als das Gewinde)



Fahrwerk

Bedingt durch das hohe Gewicht, ist das Fahrwerk der Cosa besonders belastet. Hier einige Tipps wie ihr für gute Straßenlage sorgen könnt.

vorderen Stoßdämpfer wechseln

hinteren Stoßdämpfer wechseln

Kaltstart:

Kaltstart erleichtern ("Cosahusten")
Viele Cosa springen mit kaltem Motor schlecht an. Dies ist vor allem der Fall wenn der Roller länger stand. Der Kaltstart wird erleichtert, wenn der Roller bei Startvorgang (Fahrer von Modellen mit Elektrostarter sind hier natürlich im Vorteil) stark nach rechts geneigt wird (Schaltraste berührt den Boden).

Bei Cosa die dieses Symptom zeigen sollte eine Überholung des Vergasers in betracht gezogen werden. Häufig sorgt dies dafür, dass diese artistische Einlage vermieden werden kann.


(nicht)kompatible Teile aus anderen Baureihen:

Manche cosaspezifischen Teile sind nur noch schwierig zu bekommen, hier eine Auflistung von Teilen aus anderen Baureihen die nach Wissen der Autoren passen bzw. nicht passen.

Anlasser:
Die Anlasser von Cosa und PX/T5 sind NICHT untereinander austauschbar.
Der bei Cosa 2 eingesetzte Anlasser mit zwei Schrauben sieht aus wie der einer PK50 Pluramatic, dieser hat jedoch eine Leistung von 0,25kW, der Cosaanlasser 0,55kW, auch diese Anlasser sind also NICHT identisch.
Möglicherweise (unbestätigt!) kann jedoch der Anlasser einiger Ape50 Modelle verwendet werden.

Auspuff:
PX Auspuffanlagen passen wenn der Halter an der Schwinge angepasst wird. Bei 200er Cosa mit Aluzylinder (Anschluss mit zwei Stehbolzen passt der PX-Auspuff jedoch NICHT. 

Motordichtungen und Lager:
alle Motordichtungen der PX Lusso passen bei der Cosa, ebenso alle Lager und Wellendichtringe

Schwingenabdeckung vorne:
Teile der PX Lusso passen

Tachowelle und -schnecke:
Teile der PX Lusso passen

   Zylinder / -kopf:
    entsprechende PX-Teile passen


Sitzbank neu beziehen:

Zerrissene Sitzbankbezüge kommen bei der Cosa relativ häufig vor, die originalen Bezüge taugen schlicht nicht viel. Hobbyschraubär (VO-User) war so freundlich uns zu erlauben, sein Schnittmuster für einen neuen Bezug für die Sitzbank der Cosa 1 hier ein zu stellen.

Schnittmuster als pdf herunterladen

Hier sein originaler Beschreibungstext dazu aus dem VO:

"Ich habe die Sitzbank meiner Vespa Cosa neu bezogen und dafür ein Schnittmuster gemacht. Ich dachte mir vielleicht ist das für Jemand von Interesse. Ich weiss, dass man Ueberzüge kaufen kann, aber selbstgemacht ist billiger und lässt hinsichtlich der Farbe und des Materials viel mehr Spielraum für Kreativität. Ich habe das Schnittmuster als .pdf angefügt. Einfach ausdrucken und entsprechend der Zeichungen ausschneiden und zusammenkleben. Es ist immer nur jeweils die Hälfe der Benötigten Stücke da die Teile symmetrisch sind.
Die Nähte (ca. 1 cm breit) sind bereits mit eingerechnet. Je nach Material reicht eine ganz normale Nähmaschine völlig aus. Einfach zusammennähen, den alten Bezug runtermachen und dann über den Sitzbank spannen und fest tackern. Die Staubschutzlippe habe ich wiederverwendet."

Quelle: www.vespaonline.de/210377-schnittmuster-sitzbankbezug-vespa-cosa.htm



Sturzbügelstrebe Versetzen:

Viele Cosa wurden und werden mit Sturzbügeln ausgestattet. Dieses durchaus sinnvolle Zubehör bringt jedoch bei einigen Varianten ein Problem mit sich:
Im Beinraum, knapp oberhalb des Handschuhfachdeckels, verläuft eine Querstrebe die den Zugang zu Handschuhfach und Zündschloss erschwert. Dieses Umstand nervt in der Praxis und stört viele Cosafahrer.

Wie das Problem gelöst werden kann ist in dieser Anleitung beschrieben.


Tachoschnecke (Tachoantreiber) wechseln:

Funktioniert der Tacho nicht (richtig) und ist die Tachowelle in Ordnung, ist häufig die sog. Tachoschnecke verschlissen.
Dieses kleine aber doch wichtige Bauteil befindet sich in der vorderen Radaufhängung der Cosa. Um es zu wechseln sind ein paar Vorarbeiten notwendig.

1. Rad und Bremstrommel abmontieren
2. Tachowelle aushängen und das Halteblech entfernen
3. die Gummidichtung im Loch der Tachowelle herausziehen (geht gut mit einer kleinen Spitzzange)

Jetzt kann die Tachoschnecke vom Bremsanker aus mit einem kleinen Dorn oder einem kleinen Schraubendreher herausgedrückt werden.
Es empfiehlt sich anschließend das Loch mit Bremsenreiniger zu säubern um das alte Schmierfett zu entfernen. Hierbei natürlich darauf achten die Bremsbeläge nicht zu verschmutzen (am besten vorher abdecken).
Dann wird die neue Schnecke reichlich gefettet und eingesetzt. Nach einsetzen der Gummidichtung (Die man im Zuge dieser Arbeiten am besten auch erneuert) kann wieder alles zusammengebaut und auf Funktion geprüft werden.

Bild: Position der Tachoschnecke vom Bremsanker aus gesehen

GSF-Thread zum Thema


Prüfung des Zündankers und des Pickups:

Die Ursache vieler Zündungsprobleme sind ein defektes Pickup oder eine defekte Zündankerplatte. Defekte in diesem Bereich äußern sich besonders oft in Fehlzündungen und nicht mehr ausdrehen des Motors.
Die Prüfung dieser Bauteile ist jedoch einfacher als oft angenommen. In dieser Anleitung werden die nötigen Prüfarbeiten erklärt.